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Kooperation der Polizei Weyhe mit dem Verein PRO DEM e.V.

Liebe Frau Helms, Sie haben Anfang November einen Demenz Partner – Kurs bei der Polizei in Weyhe durchgeführt. Wie kam es dazu?


Unser Verein PRO DEM e.V. hat vor einigen Jahren schon einmal die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der örtlichen Polizei über Demenz informiert. Da dies aber schon länger zurückliegt und wir seit kurzem eine neue Leiterin des Polizeikommissariats haben, dachte ich mir: „neues Gesicht, neues Glück“ und habe die Leiterin – Franziska Mehlan – einfach angeschrieben.

Die Antwort kam ziemlich schnell und wir vereinbarten eine Informationsveranstaltung für die Führungskräfte des Kommissariats. Diese wiederum geben die Information an die ihnen unterstellten Polizistinnen und Polizisten weiter.

Welche Themen bewegen denn die Polizistinnen und Polizisten am meisten?


Es sind die im Alltag entstehenden Probleme, zum Beispiel  die oft schwierige Kommunikation mit verwirrten Personen. Hier fehlt einfach das Wissen, warum sich ein Mensch mit Demenz in bestimmen (Stress-)Momenten unangemessen und unkooperativ verhält. Aber auch die Betroffenheit im privaten Bereich war und ist ein großes Thema, denn einige Teilnehmende waren in Doppelfunktion anwesend: zum einen als Polizist oder Polizistin, zum anderen als sorgendes Familienmitglied. Ein Teilnehmer erzählte mir  etwas später, dass der Kurs ihn bestärkt habe, in seiner Familie aktiv zu werden und ein schwieriges Thema im Zusammenhang mit der Demenzerkrankung eines Angehörigen anzusprechen und zu regeln. Neues Wissen kann also Kraft und Mut geben, schwierige Dinge anzuschieben. 

 

Wird die Zusammenarbeit mit der Polizei Weyhe intensiviert bzw. der Kontakt aufrechterhalten?

Tatsächlich rief mich Frau Mehlan bereits kurz nach dem Kurs an, um einen weiteren Termin Anfang Dezember zu vereinbaren. Die Mitarbeitenden wünschten sich weitere Information zum Thema „Kommunikation mit Menschen mit Demenz“ und den „Umgang mit schwierigen Situationen“. Diese Kurz-Schulung war mit knapp 70 Polizistinnen und Polizisten sehr gut besucht und konnte allen Teilnehmenden neue Impulse und mehr Sicherheit für den beruflichen - und privaten - Alltag geben. 


Nun war der erste Kurs – Anfang November - auch insofern besonders, als dass mit ihm der 20.000 Demenz Partner geschult wurde. Dazu gab es erfreulicherweise auch Artikel in zwei regionalen Zeitungen. Wurden Sie daraufhin angesprochen?


Unsere haupt- und ehrenamtlichen regionalen Netzwerkpartner haben durchgehend sehr positiv reagiert. Uns wurde dringend angeraten, die Mitarbeitenden in den ortansässigen Krankenhäusern zu schulen – hier käme es immer wieder zu schwierigen Situationen. Kürzlich hat u.a. deswegen ein Gespräch mit sieben Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes eines großen ortsansässigen Krankenhauses stattgefunden – ein erster und wichtiger Schritt in die richtige Richtung! 

 

Wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg!